Wir las­sen uns nicht spal­ten — Innen­mi­nis­ter: Fein­de der Fankultur!

Etwas mehr als einen Monat ist es noch hin, bis die nächs­te Innen­mi­nis­ter­kon­fe­renz in Ham­burg tagt — und wir müs­sen noch immer davon berich­ten, dass die nach der letz­ten IMK ver­spro­che­ne Trans­pa­renz Fehl­an­zei­ge bleibt.
Was genau auf der Agen­da ste­hen wird, ist ent­spre­chend nicht klar — die Erfah­run­gen der letz­ten IMK, die Dro­hun­gen der Poli­tik gegen­über Ver­ei­nen und Ver­bän­den, unter­wür­fi­ge Ver­bän­de sowie die besorg­nis­er­re­gen­de Zunah­me von Poli­zei­ge­walt und rechts­wid­ri­gen Maß­nah­men gegen Fuß­ball­fans las­sen uns aller­dings wenig hoff­nungs­froh sein. 

Wäh­rend man­che Innen­mi­nis­ter und die Poli­zei dar­an zu arbei­ten schei­nen, Fan­sze­nen zu spal­ten und eine Unter­schei­dung von „guten“ und „schlech­ten“ Fans zu kon­stru­ie­ren, möch­ten wir also die­se hei­ße Pha­se der Sai­son nut­zen, um erneut deut­lich zu machen: Wir las­sen uns nicht spal­ten! 

Seit dem letz­ten Jahr drü­cken gewis­se Poli­ti­ker den Ver­ei­nen und Ver­bän­den die Pis­to­le auf die Brust und dro­hen mit har­ten Mit­teln, soll­ten sie ihren For­de­run­gen nicht nach­kom­men. Dabei ist unter ande­rem die Rede von Lizenz­ent­zü­gen, von Über­tra­gung der Poli­zei­kos­ten auf die Ver­ei­ne sowie von per­so­na­li­sier­ten Tickets. Maß­nah­men also, die die Ver­ei­ne in die Knie zwin­gen und finan­zi­ell bedro­hen kön­nen. Stellt euch vor, eurem Lieb­lings­ver­ein wird die Lizenz für den Spiel­ort des Sta­di­ons ent­zo­gen — oder zumin­dest für den Gäs­te­block! Wie sehr das Feh­len von Gäs­te­fans das Sta­di­on­er­leb­nis beein­träch­ti­gen kann, ist bereits in vie­len Län­dern zu beob­ach­ten. Zustän­de, die wir uns nicht her­bei­wün­schen — gera­de, wenn wir selbst als Aus­wärts­fah­rer betrof­fen wären.

An die­ser Stel­le müs­sen auch die Ver­bän­de expli­zit ange­spro­chen wer­den: DFB und DFL son­nen sich in schö­nen Bil­dern und vol­len Sta­di­en, die die Fan­sze­nen ihnen Jahr für Jahr von Bun­des­li­ga bis in die unte­ren Ligen ser­vie­ren. Dass für die Fans, für das beson­de­re Sta­di­on­er­leb­nis in Deutsch­land und gegen will­kür­li­che Maß­nah­men ihre star­ke Stim­men erho­ben wer­den, ist von den Ver­bän­den erwar­tungs­ge­mäß nicht zu ver­neh­men. Statt­des­sen wird eif­rig den popu­lis­ti­schen For­de­run­gen gefolgt und an einer völ­lig undurch­sich­ti­gen zen­tra­len SV-Kom­mis­si­on gearbeitet.
Die DFL sowie der DFB schei­nen sich von die­sen Droh­ge­bär­den ein­schüch­tern zu las­sen und vor dem Popu­lis­mus der Poli­tik ein­zu­kni­cken. Sie schei­nen bereit, unnö­tig repres­si­ve Maß­nah­men wie die Ver­schär­fung der Sta­di­on­ver­bots-Richt­li­ni­en durch­zu­win­ken, um „schlim­me­re Übel“ abzu­wen­den. Die Ver­schär­fun­gen eben die­ser Richt­li­ni­en gehen also auch klar auf das Kon­to der Ver­bän­de, die weder ihren Ver­ei­nen Rück­halt bie­ten noch den wirt­schaft­li­chen Fak­tor von akti­ver sowie leben­di­ger Fan­kul­tur berück­sich­ti­gen wol­len. Und das alles wegen einer hoch­sti­li­sier­ten Gefah­ren­la­ge in deut­schen Fußballstadien.

Es erschließt sich uns zudem auch sechs Mona­te nach der letz­ten IMK nicht, wes­halb die­je­ni­gen Poli­ti­ker, die sich mit der inne­ren Sicher­heit Deutsch­lands beschäf­ti­gen sol­len, über­haupt über den Fuß­ball spre­chen. Die her­bei­fan­ta­sier­ten Schreck­ge­spens­ter gefähr­li­cher Sta­di­en wur­den doch bereits im Vor­feld der letz­ten IMK ent­zau­bert! Wes­halb also wol­len gewis­se Innen­mi­nis­ter das bun­te und leben­di­ge Sta­di­on­er­leb­nis durch repres­si­ve, recht­lich frag­wür­di­ge Maß­nah­men aufs Spiel set­zen?
Wes­halb wol­len sie das Risi­ko in Kauf neh­men, Ver­ei­ne finan­zi­ell zu rui­nie­ren und Fan­kul­tur zu beerdigen?
Die rea­li­täts­frem­den Wahr­neh­mun­gen von Poli­ti­kern, die sel­ten bis nie einen Fuß in unse­re Sta­di­en gesetzt haben, kön­nen nicht unwi­der­spro­chen blei­ben. Wir Fans wis­sen, wie die Rea­li­tät aus­sieht: der Fuß­ball ist nach wie vor sicher und gleich­zei­tig braucht das Sta­di­on­er­leb­nis die leben­di­ge Fankultur!
Die Zah­len der tat­säch­lich gefähr­li­chen Vor­fäl­le in Sta­di­en sind so ver­schwin­dend gering, dass sie die­ses Maß­nah­men­pa­ket nie­mals recht­fer­ti­gen können.

Lasst uns ihnen gemein­sam zei­gen, was wir davon hal­ten — wir las­sen uns nicht spalten!

Fan­sze­nen Deutsch­lands — Mai 2026